GESUNDHEIT


Bobath.

Die Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis nach Bobath richtet sich speziell an Schlaganfall-Patienten. Ziel ist es, normale Bewegungen anzubahnen, um die Aktivitäten des täglichen Lebens wieder zu erlernen. Das Aufbauen und Senken des Muskeltonus wird durch funktionelle Aktivitäten und Übungen erreicht. Das Bobath-Konzept ist ein sehr erfolgreiches und weltweit anerkanntes, ganzheitliches Therapiekonzept bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Das Konzept basiert auf der Plastizität des Gehirns, d.h. die Fähigkeit des zentralen Nervensystems sich bei Veränderungen anzupassen und sich zu reorganisieren. Als Anwendungsgebiete sind die Pflege und die Therapie von Patienten mit Lähmungen zu nennen, hervorgerufen durch Hirnschädigungen wie beispielsweise beim Schlaganfall sowie bei einem Schädel-Hirn-Trauma.
 
Die Wirkungsweise lässt sich wie folgt beschreiben:
 
Normalisierung der Muskelspannung
Anbahnung normaler Bewegungsabläufe
Verbesserung körpereigener Wahrnehmung
Wiedererlernen verlorener Bewegungsfähigkeit



Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD).

Kieferprobleme können durch Fehlbiss, Knirschen, Aufeinanderpressen der Zähne oder auch durch jahrelange Fehlhaltung ausgelöst werden und folgende Symptome aufweisen: Kieferknacken, Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Tinnitus (Ohrgeräusche), Probleme der Halswirbelsäule, durch sich immer wieder blockierende Wirbel, Rückenprobleme, Schlafstörungen, Schluckbeschwerden und Sprachstörungen.
 
Die Kiefer-Behandlung erfolgt nach den Leitlinien der Manuellen Therapie und Triggerpunktbehandlung. Eine gezielte Behandlung des Kiefergelenks verbessert oft oben genannte Symptome, wobei meistens die Gesamtstatik mit einbezogen werden muss. Nicht zu vergessen ist eine optimale Schienenversorgung und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt, Physiotherapeut und Zahntechniker.



Eis- und Kältetherapie.

Die Anwendung von Kälte dient vorwiegend der Abschwellung und der Schmerzlinderung bei akuten Entzündungsgeschehen und Reizungen des Gewebes.
 
Das Eis sollte hierbei nie länger als zehn bis fünfzehn Minuten aufgelegt werden. So werden Zerstörungen von kleinsten Gefäßstrukturen vermieden. Deshalb sind Eiswasser und Eislollys eine sinnvolle Alternative.



Fango, Naturmoorpackung und Heissluft.

Fango, Naturmoorpackung sowie Heissluft führen zu einer verbesserten Stoffwechselsituation im Gewebe und zeichnen sich beide durch ihre Tiefenwirkung aus.
 
Es kommt zu Muskelentspannungsreaktionen, Schmerzlinderung, besserer Ernährung des Muskelgewebes, besserem Abfluss von Zellabfallprodukten.



Krankengymnastik / Physiotherapie.

Der Begriff der Krankengymnastik wurde bereits vor 10 Jahren durch “Physiotherapie” (d.h. Körpertherapie) ersetzt. Diese Bezeichnung verdeutlicht die Herangehensweise der Therapie, da nach einer jeweils individuellen Eingangsuntersuchung (Anamnese) mit dem Patienten abgestimmt wird, was der Körper braucht, um sich besser zu fühlen. Dabei wird der Körper immer ganzheitlich einbezogen. Physiotherapie dient der gezielten Behandlung gestörter Funktionen des Bewegungsapparates, bzw. wird präventiv angewendet. Die Physiotherapie ist in ihrer Gesamtheit auf die Harmonisierung von Bewegungen und Körperfunktionen gerichtet und stellt somit einen Überbegriff für verschiedene Behandlungstechniken, inklusive Rückentraining, Rückenschule und diverse Muskelaufbau-Trainingsmethoden dar.
 
Mittels koordiniertem Einsatz gymnastischer Maßnahmen und Übungen zur Heilung von akuten und chronischen Schmerzzuständen sollen die körperlichen Funktionen erhalten bzw. verbessert werden. Die einzelnen Übungen werden vom Physiotherapeuten überwacht und geleitet und in unterschiedlichen Ausgangsstellungen durchgeführt. Physiotherapie dient der gezielten Behandlung des Körpers, um ihn in seinem physiologischen Gleichgewicht zu halten. Hierbei werden oft technische Hilfsvorrichtungen wie z.B. eine Kletterwand benutzt, um dem Patienten alte wie auch neue Bewegungsmuster nahezubringen und zu verdeutlichen. Krankengymnastik kann unter anderem nach Knochenbrüchen, Musekelfaserrissen , Haltungsschäden und Verletzungen der Wirbelsäule angewandt werden. Ebenso zählen Lähmungen und Lähmungserscheinungen (Schlaganfall) zu dem Aufgabengebiet.
 
Die Physiotherapie unterscheidet zwischen aktiven und passiven Maßnahmen. Passive Maßnahmen umfassen Anwendungen wie beispielweise Lagerungen oder Dehnungen. Die bedeutendere Rolle nehmen allerdings die aktiven Maßnahmen in der Krankengymnastik ein. Hier werden komplexe Bewegungen zur Linderung von Verkrampfung oder Übungen zur Stärkung einzelner Muskelpartien oder auch ganzer Muskelketten durchgeführt.
 
Genauso wie die Gymnastik in Form von spezifischen Übungen zur Stabilisierung der Wirbelsäule sowie des gesamten Bewegungsapparates bilden auch Massagen einen Teil der Physiotherapie: Zu hohe Muskelspannung wird entspannt, um Schmerzen und Verspannungen zu lindern. Das vorgeschriebene Ziel der Physiotherapie ist es, körpereigene Reaktionen zu steigern, und somit die körpereigenen Heilungsprinzipien zu verstärken.



Manuelle Lymphdrainage.

Die manuelle Lymphdrainage unterstützt insbesondere als Entstauungstherapie geschwollener Körperregionen. Es kommt häufig vor, dass bei Verletzungen oder Operationen die Lymphbahnen geschädigt werden. Der Rückfluss der Lymphe aus dem Gewebe ist dann gestört. Es treten Schwellungen auf. Sehr häufig kommt es zu Ödemen, z.B. nach Brustkrebs- und Knieoperationen.
 
Die manuelle Lymphdrainage ist eine Variante der klassischen Massage, die allerdings nicht auf die Lockerung der Muskulatur abzielt, sondern dem Abtransport gestauter Lymphflüssigkeit dient. Sie wirkt sich überwiegend auf den Haut- und Unterhautbereich aus und soll keine Mehrdurchblutung, wie in der klassischen Massage, bewirken.
 
Somit stellt sie eine besondere Form der Streichmassage dar, bei der in Abwechslung zwischen Schub- und Entspannungsphasen entlang der Lymphbahnen massiert wird. Mit Hilfe der Lymphdrainage lässt sich der Lymphfluss fördern und Wasseransamlungen im Gewebe werden abgeleitet. Der Massagedruck dauert jeweils ungefähr 1 bis 5 Sekunden und erfolgt in Richtung Lymphabfluss.
 
Auch in der Schmerzbehandlung sowie in der Vor- und Nachbehandlung operativer Eingriffe hilft sie, das geschwollene, mit Zellflüssigkeit überladene Gewebe zu entstauen. Der Patient spürt eine deutliche Erleichterung, Schmerzmittelgaben können verringert werden, der Heilungsprozess verläuft schneller.
 
Sie hat sich weiterhin bei Lymphödemen, allgemeinen Abwehrschwächen, Kopfschmerzen, rheumatischen Erkrankungen und nach Brustkrebsoperationen bewährt. Bei ausgeprägten lymphatischen Erkrankungen wird diese Therapie mit Kompressionsverbänden, Hautpflege und spezieller Bewegungstherapie kombiniert.



Massage.

Die klassische Massage dient der mechanischen Beeinflussung von Haut, Bindegewebe und Muskulatur durch Dehnungs-, Zug- und Druckreiz. Diese mechanische, physiotherapeutische Behandlung des Körpers durch Kneten, Streichen, Klopfen und Reiben (Friction) beeinflusst darüber hinaus die Haut und das tiefer liegende Gewebe wie Muskulatur und Unterhaut. Somit werden immer auch Allgemeinwirkungen auf Stoffwechsel und Kreislauf ausgelöst. Die Wirkung der Massage erstreckt sich von der behandelten Stelle des Körpers über den gesamten Organismus, was auch die Psyche mit einschließt.
 
Massagen können sowohl auf den Körper als auch auf die Seele positiven Einfluss (Entspannung und Wohlbefinden) ausüben, indem Sie die Durchblutung verbessern, verkrampfte Muskelpartien entspannen, Schmerzen lindern und die Funktion innerer Organe anregen. Mit medizinischen Massagen werden bestimmte Erkrankungen gezielt behandelt.



Schlingentisch-Therapie.

Bei der Schlingentischtherapie werden Teile des Körpers oder der ganze Körper in Schlingen gehängt. Dadurch wird die Schwerkraft aufgehoben. Die Wirbelsäule und Gelenke werden entlastet. So können Bewegungen, die üblicherweise eingeschränkt oder schmerzhaft wären, unter Schwerelosigkeit erheblich leichter bewerkstelligt werden.
 
Die Schlingentischbehandlung wird angewendet bei Schmerzen, insbesondere bei Wirbelsäulenbeschwerden wie Bandscheibenvorfälle, Halswirbelsäulenprobleme, Schulterschmerze sowie Hüftgelenksproblematiken und Kontrakturen.

 

Sportphysiotherapie.

Die Sportphysiotherapie ist ein autonomer Bereich innerhalb der Physiotherapie. Zielgruppe sind aktive Sportler während der Aufbauphase, des Trainings oder in der Rehabilitation nach Verletzungen sowie Operationen.
 
Sportphysiotherapie beinhaltet die Wettkampfbetreuung und die Prävention, wenn zum Beispiel Schwächen an Muskeln oder Bändern vorliegen. Hierbei werden oft Tape-Verbände eingesetzt, um die Maximalbelastung der Strukturen zu mindern und Verletzungen auszuweichen. Aufgrund der hohen Anforderungen im Sport sind spezielle Zusatzqualifikationen und eigene sportliche Erfahrungen notwendig.


 

Strom- und Ultraschalltherapie.

Der Einsatz von Strom im medizinischen Bereich dient je nach Stromart und Krankheitsbild zur: Durchblutungsförderung, Schmerzlinderung, Tonussenkung, Muskelstimmulation.
 
Die Elektrotherapie stellt eine sinnvolle Begleittherapie zur physiotherapeutischen Behandlung dar.
 
Ultraschall dient der gezielten Durchblutungssteigerung tieferliegender Gewebsschichten. Er wird z.B. sehr häufig zur Behandlung von Sehnenreizungen verwendet. Sowohl durch die Strom-, als auch durch die Ultraschalltherapie können Wirkstoffe aus Salben in die Tiefe des Gewebes befördert werden (Iontophorese, Phonophorese).

  
 

Triggerpunktbehandlung.

Die Triggerpunktbehandlung hat als Ziel die Eliminierung sogenannter myofaszialer Triggerpunkte. Das sind lokal begrenzte Verhärtungen in der Muskulatur, die lokal druckempfindlich sind und von denen übertragene Schmerzen ausgehen können.
 
Nach Funktionstest der Muskulatur auf Kraft wird der schmerzhafte Triggerpunkt über manuelle Akkupressur behandelt. Dies hat zur Folge, dass der entsprechende Muskel sehr schnell wieder einen normalen Tonus erreicht. Ebenfalls werden differenzierte Dehn-Techniken in die Therapie mit eingebracht.



Wirbelsäulentherapie nach Dorn.

Die Wirbelsäulentherapie nach Dorn beschäftigt sich in erster Linie mit statischen körperlichen Problemen, d.h. das aufgrund von Beinlängendifferenzen es zu Beckenschiefständen und somit auch zu Verschiebungen der einzelnen Wirbelkörpern kommen kann. Die Wirbelsäulentherapie nach Dorn versucht, diese Ungleichheiten therapeutisch zu beheben und die verschobenen Wirbelkörper sanft zu korrigieren.



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